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Kirby: Ein dateibasiertes CMS ohne Datenbank (Interview mit Bastian Allgeier)

9 Minuten

Einfach und flexibel soll es sein. Doch wer Web Content-Management-Systeme wie Wordpress kennt, entdeckt hier auch einen Widerspruch. Bastian Allgeier aber hat mit Kirby eine interessante Alternative entwickelt, die usable, flexibel und schnell zugleich ist. Wie das möglich ist und wer mit dem CMS Webseiten selbst bauen kann, verrät uns der deutsche Entwickler im Interview.

Auch Kirby ist ein Web Content-Management-System (CMS) - eine serverseitige Software, die dem Webseitenbetreiber dabei hilft all die Inhalte einer Webseite (Text in verschiedenen Formaten, Multimedia usw.) zu strukturieren, zu gestalten und zu veröffentlichen. Dank der grafischen Adminoberfläche eines CMS, können auch Menschen, die keinen Code lesen und schreiben können, das Web Content-Management-System verwenden. Unzählige Plug-Ins erweitern die Helferlein. Damit ist es beispielsweise möglich die Webseite für die Suchmaschine zu optimieren (SEO), externen Inhalten einzubinden oder aber ein einfaches Webanalytik-Tool zu integrieren.

Warum dieses Content-Management-System?

Wie im Interview erwähnt, werden verschiedene CMS angeboten. Anstatt nun über diese zu sprechen, werde ich hier einige der Besonderheiten von Kirby CMS erläutern:

Keine Datenbank, keine Probleme

Ein dateibasierte CMS
Die Ordnerstruktur des dateibasierten CMS

Anders als andere CMS basiert Kirby nicht auf einer Datenbank, sondern auf Datein (html, css, php usw.), die in Ordnern hierarchisch angeordnet sind (daher “filebased” bzw. “dateibasiert”). Im Vergleich zu anderen CMS hat dies mehrere Vorteile:

1. Kirby wird als zip-Datei heruntergeladen und kann sofort benutzt werden.
2. Der Upload auf den Server ist via FTP im wenigen Sekunden umsetzbar.
3. Ein Backup des CMS ist damit nichts anderes als ein Copy & Paste der Dateien.
4.Ohne Datenbank performt die Webseite besser.
5. SQL-Injections ade.

Made with Kirby and ♥

Als Webentwickler steckt man häufig in einem Dilemma. Zwar hat man die Freiheit eine Webseite für den gewünschten Zweck selbst zu bauen, doch da es dem Kunden häufig an Know-how mangelt, ist man gezwungen Content-Management-Systeme wie Wordpress zu verwenden. Kirby könnte bei diesem Dilemma helfen …

Was kann Kirby?

Kirby lässt den Entwickler eigene Templates mit HTML, PHP, CSS und Javascript basteln (site - templates). Dank der Möglichkeit Snippets zu schreiben (site - snippets) und Kirby’s API sind diese in kurzer Zeit erstellt. Mehr Flexibilität geht kaum! Die Inhalte, die später auf der Webseite sichtbar sein sollen, werden im Ordner content in Form einer txt-Datei gespeichert. Sind txt-Datei und die php-Datei des Templates gleich benannt, werden die Inhalte der txt-Datei automatisch in das gleichnamige Template geladen und auf der Website präsentiert.

Gleichzeitig stellt Kirby eine webbasierte grafische Oberfläche bereit - das Panel. Mit dem Panel kann wirkich jeder die Inhalte der Webseite verwalten. Kirbytext, eine markdownähnliche Auszeichnungssprache, erlaubt es hier die Inhalt ganz ohne HTML-Kentnisse zu formatieren.


Das Panel als Web Interface
Kirby’s Panel ist das Web Interface für Admins und Editoren

Aber das Beste: Auch das Panel kann vom Entwickler nach Belieben angepasst werden (site - blueprints). Nicht nur das Layout/Design des Panels lässt sich anpassen, sondern auch zu welchen Einstellung der Benutzer berechtigt ist und welche Inhalte jener für eine einzelne Seite auswählen kann. So erhält der Kunde ein individualisiertes Content-Management-System.

Interessant sind auch die (kostenlosen) Plug-Ins auf github, die Kirby CMS um einige coole Funktionen erweitert. Beispielsweise findet man Plug-Ins, die einen RSS-Feed generieren, eine interne Suche ermöglichen, die die Besucheranzahl messen und vieles vieles mehr. Allerdings ist die Auswahl der Plug-Ins nicht ganz so vielfältig wie bei Wordpress & Co., aber das macht es gleichzeitig auch übersichtlicher.

Ein weiteres Schmạnkerl: Kirby untersützt von Haus aus und ohne zusätzliches Plug-In mehrsprachige Webseiten. Mehr Infos dazu findest du hier.

Beispiele von Webseiten, die mit Kirby geschrieben sind, findest du bei den Showcases.

Wie Du mit Kirby CMS beginnst und deine Webseite selbst erstellst
1 Besuche getkirby.com.
2 Downloade Kirby’s starterkit.zip und speichere es im htdocs-Ordner von XAMPP (PC) bzw. MAMP (Mac). Warum erfährst du hier.
3 Lese Getting Started der Dokumentation.
4 Hilfreiche Anleitungen findest Du im Cookbook.
5 Besuche das Forum. Hier kannst du deine Fragen stellen.
6 Entwickle deine Website mit deinem Editor. Nutze dazu das CheatSheet und das Toolkit.
7 Passe das Panel durch das Bearbeiten der yml-Datein (site-blueprints) an. Im Browser findest du das Panel wenn du an die URL der Startseite des Starterkits /panel anfügst. Melde dich dort an bevor du die Webseite veröffentlichst!
8 Lade Plug-Ins von GitHub in site - plugins.
9 Zwar ist Kirby’s Quellcode Open Source, doch bevor du deine Homepage hostest, musst du eine Lizenz kaufen und den Lizenzcode in site - config einfügen. Die Lizenz kostet momentan (Februar 2018) 15 Euro bzw. 79 Euro für kommerzielle Zwecke.
10 Nutze zum Beispiel FileZilla um das CMS via FTP auf den Server zu laden.

2018: Kirby 3

Kirby 3 ist bereits in Arbeit. Ein Upgrade von Kirby 2 wird vermutlich dieses Jahr in Q2 bzw. Q3 möglich sein. Wer die Entwicklung begleiten will, kann ab 29,- Euro ein Fellowship Package kaufen. Enthalten sind u.A. eine Einladung in den Slack-Channel, Live-Stream-Coding mit Bastian Allgeier, dem Entwickler von Kirby, und die Möglichkeit Kirby 3 frühzeitig zu testen. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

Nun hast du alles was du brauchst, um dich selbst an Kirby CMS zu versuchen.
Viel Spaß dabei!



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